Ruppiner Anzeiger
Donnerstag, 15. April 2004
Anspruchsvolles Holzspielzeug für
Kinder und Knobler

Neuruppiner Werkstatt produziert Teufelsknoten

Neuruppin (jw). Teufelsknoten – das ist Spielzeug aus Holz, mit dem man nicht nur spielen, sondern worüber man sich richtig den Kopf zerbrechen kann. Hans-Joachim Mai stellt die Knoten in seiner Neuruppiner Werkstatt her, den Vertrieb gibt es schon seit 1993. Die geometrischen handlichen Gebilde heißen Stern, Kreuz oder Kristall und bestehen aus mehreren Teilen. Schon das Auseinandernehmen stellt eine Herausforderung dar, beim Zusammensetzen ist viel Geduld und ein kluger Kopf von Nöten. „Durch das Knobeln werden sowohl das Räumliche Denken als auch die Motorik bei Kindern geschult“, sagte Hans-Joachim Mai. Vor allem aber kommt es dem 46-jährigen darauf an, die Lust am Spiel zu wecken. (Seite 4) ...

...Teuflisches Vergnügen
für Knobler

Hans-Joachim Mai fertigt knifflige Holzsteck-Puzzles an / Gesamte Produktion geschieht im Einmann-Betrieb.

Von Julia Werner

Neuruppin. Wenn Hans-Joachim Mai seine Teufelsknoten, Steckpuzzle aus Holz, verschickt, legt er auch ein Lösungsblatt dazu – für den Fall der Fälle, damit die Spieler daran nicht verzweifeln.

„Es passiert zwar selten, dass mich jemand anruft und mit dem Knobeln nicht mehr weiterkommt, aber es passiert“, erzählt der 46-Jährige, der über die Hobby-Schreinerei zu seiner Tätigkeit als Holzknobelspiel-Hersteller gekommen ist. „Dabei bin ich sehr idealistisch und mache alles selbst.“ So schneidet er in seiner Neuruppiner Werkstatt am Rheinsberger Tor die Holzbohlen, sägt die Teile aus, schleift sie, setzt sie zusammen, näht dafür Säckchen aus blauem Flanell, packt sie in Kisten und verschickt sie. Das Endprodukt ist Holzspielzeug aus einer bestimmten nordamerikanischen Kiefernart, schön gemasert und samtig weich. Je nach Schwierigkeitsgrad eignet sich das Spielzeug für Jung und Alt, wobei eine Begeisterung für knifflige Spiele vorhanden sein sollte. Schließlich kann es Tage und Wochen dauern, bis der Spieler die Teufelsknoten geknackt hat. Dabei klingt es so einfach: Die Holzstücke, die aus mehreren Teilen bestehen, müssen auseinander genommen und dann wieder zusammengesetzt werden – ein teuflisches Vergnügen.

Seit fünf Jahren hat Hans-Joachim Mai seine Werkstatt in Neuruppin, vorher produzierte er in Kassel. Seine Firma heißt Sipo & Sapelli, was die Namen zweier Mahagoni-Arten sind. Ein Laden steht für den Einmann-Betrieb nicht zur Debatte. Mai lebt vom Direktvertrieb über seine Homepage oder auch durch den Verkauf auf Märkten. „Im Sortiment habe ich vor allem bekannte Klassiker. Eigene Holzsteckpuzzle produziere ich nur auf Anfrage.“

Wer sich den Arbeitsalltag von Hans-Joachim Mai besonders schön vorstellt, irrt allerdings: „Ich mache kein nostalgisches Kunsthandwerk, sondern Fließbandarbeit“, sagt er. In der rund 50 Quadratmeter großen Werkstatt verbringt er die Hälfte seiner Arbeitszeit mit der Produktion, sonstige Zeit widmet er dem Vertrieb und der Kundenpflege. „Ich bin zufrieden, wenn ich beim Kunden die Lust am Spielen wecken kann“, sagt er.
Beim Mai- und Hafenfest wird seine Firma mit einem Stand vertreten sein.

Info: www.sipo-und-sapelli.de